Veranstaltungen 2014

Dezember

November

Oktober

September

August

  • Gruppentreffen
  • Vortrag von Anwalt Goßens zum Medizinrecht und Vorgehensweise bei Widerspruchsverfahren bei Prothesen Ablehnung durch die Krankenkassen

Juli

  • Gruppentreffen
       Berichterstattung der Gehschulreise nach Andalusien, an der Mitstreiter unserer Gruppe teilgenommen haben
  • 28.07.2014 Nordic Walking an der Pfaueninsel / Wannsee
  • Besuch von Studenten des Hasso-Plattners-Instituts aus Potsdam, sie führten zum Thema „ Prothesenversorgung in dritte Welt Länder“ Umfragen durch

Juni

Mai

  • Gruppentreffen
        Auswertung von einzelnen Mitgliedern, die auf der Reha-Messe in Leipzig waren
        SHG-Satzung wird beschlossen

April

  • Gruppentreffen
  • Vertreter der Firma Medi stellt der Gruppe Liner, Kompressionstrümpfe und Prothesenschuhe vor

März

Februar

  • Gruppentreffen
        Absprachen zur Reise nach Duderstadt zu ottobook.
  • Vortrag einer Sozialarbeiterin über Pflegestufen und Hilfsmittel

Januar

  • Gruppentreffen
        Bericht zum Besuch der Lehranstalt für Physiotherapie als Probanden für angehende Physiotherapeuten
  • Besuch der Lachjogatherapeutin

5.12.2014 Weihnachtsfeier in den Räumen der Villa Donnersmarck

Unsere diesjährige Weihnachtsfeier fand am 5.12.2014 in den Räumen der Villa Donnersmarck statt. Das gesamte Haus war weihnachtlich geschmückt, so dass jeder in entsprechend feierliche Stimmung versetzt wurde. Wir haben in diesem Jahr unsere jeweiligen Prothetiker eingeladen. Leider waren nur zwei Techniker dieser Einladung gefolgt, nämlich Daniel Koch und Günther Keil. Außerdem kamen von unserer befreundeten Magdeburger SHG Kerstin, Hartmut und Susanne, was uns sehr freute. Sylvia las zu Beginn die Weihnachtsgeschichte in einer abgewandelten „modernen“ Form vor. Hier traten Josef und Maria als Asylanten in Deutschland und die Heiligen drei Könige aus dem Morgenland als kiffende Zuschauer auf. Gegen 15.30 Uhr servierten uns die Küchendamen der Villa ein vorzügliches Weihnachtsessen. Serviert wurden Gänsekeule, Klöße und Rotkohl sowie eine Eiskreation als Dessert. Es schmeckte allen vorzüglich. Ein großes Lob an die Küche !

Jürgen hatte eine Foto-Präsentation mit Bildern unserer zahlreichen Unternehmungen von 2014 vorbereitet. Für alle ein kleiner Rückblick unserer gemeinsamen Erlebnisse mit vielen fröhlichen Momenten und Stolz, auf das, was wir in diesem Jahr erreicht haben. Als Selbsthilfegruppe sind wir bereits fest zusammen gewachsen, haben ein Bankkonto eröffnet, die Gemeinnützigkeit erreicht und sind schon durch unsere öffentlichen Auftritte bekannter geworden. Drei SHG-Mitglieder lassen sich als Peer (Beratung von Betroffenen durch Betroffene) ausbilden, um danach im Krankenhaus bei Neu-Amputierten moralische Hilfe geben zu können. Nach einigen weihnachtlichen Klängen am Klavier von Christine - es konnte natürlich auch mitgesungen werden - gab es noch eine kleine Überraschung.

Es kam die „Flotte Lotte“ als „Weihnachtsengel“, die am Abend „entbinden“ sollte, zu uns ins Haus „geflogen“. Sie tritt mit Ihrem Programm als Clown auf und gehört zu den „Roten Nasen“, einer Aktion von Menschen, die in Krankenhäusern und Altenheimen versuchen, ein wenig Spaß und Freude trotz vieler trauriger Situationen zu verbreiten. Unser Engel verstand es, uns auf eine feine, unaufdringliche Art von Humor in seinen Bann zu ziehen. Besonders Jürgen, unser Musiker, war begeistert vom musikalischen Talent, denn die „Flotte Lotte“ spielte auch noch ausgezeichnet Klarinette. Die beiden fachsimpelten über Ihre Musikinstrumente, und wir amüsierten uns beim Zuhören und -sehen. Außerdem verstand sie es auch ausgezeichnet, uns und unsere Prothesen mit in ihr Programm einzubinden. Als sie uns nach einer Stunde verließ, hatten alle Bauchweh vom Lachen. Wir waren uns einig: Die „Flotte Lotte“ hat auch uns sehr viel Freude und Spaß bereitet.

7.11.2014 Besuch unseres Mitstreiters im Altberliner Biersalon

Egal, ob man in Berlin wohnt oder zu Gast ist, ein Weg sollte unbedingt auf den Ku'damm führen, genauer gesagt in den Alt-Berliner Biersalon. Ein Restaurant mit 100-jähriger Geschichte, das mit einem Spezialausschank für Berliner Lagerbier seinen Anfang nahm. Es erfreute sich großer Beliebtheit und war viele Jahrzehnte in „Familienhand“.

Heute ist es ein Lokal mit 130 zusätzlichen Außenplätzen, in dem man gut bürgerlich essen kann. Sport-TV auf verschiedenen Monitoren und Groß-Leinwänden ermöglichen, sportliche Veranstaltungen mitzuerleben. Im Vorderteil des Biersalons werden Musik und Getränke vom Publikum genossen. Nach Lust und Laune „darf“ auch zur Live-Musik getanzt werden.

Ein Mitstreiter unserer SHG, Jürgen Reske, Saxophonist in der Band „Monalizzy and The Devils“, tritt regelmäßig in diesem Lokal auf. Sie spielen schon seit vielen Jahren in der gleichen Besetzung Rock´n roll, Oldies und Songs der 50er und 60er Jahre.

Da wir alle neugierig waren, Jürgen zu hören, wurde schnell ein Termin, für die gemeinsame Teilnahme an der Veranstaltung gefunden und entsprechend für den 7.11.2014 reserviert. Zum gemeinsamen Essen hatten wir einen großen Tisch im hinteren Bereich des Lokals. Wir unterhielten uns bei gutem Essen bestens - bis zum Zeitpunkt der abendlichen Fußballübertragung. Leider verstanden wir nun kein Wort mehr. Nach und nach fanden wir wegen der Fülle im Lokal mit Hilfe anderer Lokal-Besucher, auf einem Podest Platz. Hier hatten wir einen guten Blick zur Bühne - besonders auf unseren Saxophonisten. Mitgebrachte Gehstützen und der Rollstuhl waren kein Problem; schnell fassten andere Gäste zu und halfen uns. Auch wenn keiner unserer SHG getanzt hatte, war es doch ein Augenschmaus, den anderen Tänzern zuzuschauen und zu staunen, wie sich viele Besucher auch im fortgeschrittenen Alter präsentierten – nach der Musik aus der Jugendzeit.

Sich abends noch „aufzuraffen“, die Prothese zu „ölen“ und „unter Leute zu gehen“, ist auch für viele Amputierte manchmal ein Problem, das es zum Glück für unsere Gruppe nicht gibt. Bekanntlich geht vieles mit Musik leichter. Eine Anregung für uns, mit unserer Therapeutin ein paar Tanzübungen und vielleicht auch einen Tanz zu erlernen. Es war es ein gelungener Abend, der bis nach Mitternacht andauerte.

Wer ist Jürgen Reske?
Er ist Saxophonist, der seit 60 Jahren auf Berliner Bühnen steht. Durch eine Virusinfektion verlor er 2000 sein rechtes Bein und trägt seit dem eine Prothese. Bei der Weiterversorgung vergaß seine Krankenkasse, dass es Patientenrechte und eine Sozialgesetzgebung gibt. So kam es, dass er mit Fachanwalts-Unterstützung und Positiv-Gutachten erst nach 1,5 Jahren seine C-Leg-Weiterversorgung (mit Klageandrohung) widerwillig von der Krankenkasse genehmigt bekam. In diesem besonderen Fall von Versorgungs-Verweigerung der Kasse, u.a. wurde hier ein privater Gutachter eingesetzt (gesetzeswidrig), zeigt es sich, wie wichtig es ist, sich bei der Hilfsmittelversorgung von einem Fachanwalt beraten und begleiten zu lassen.

Da wir in einem Rechtsstaat leben, können und müssen wir die Patientenrechte bei Fehlverhalten der Krankenkassen erstreiten. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

27.10.2014 Einladung der Firma Zapfe

Als wir zum 27.10 2014 die Einladung von der Firma Orthopädie Technik Zapfe in Schöneberg erhielten, haben wir uns sehr gefreut.

Herr Jüpner, der Präsident des Bundesverbandes für Menschen mit Arm oder Beinamputationen, war in Berlin und wollte gerne die beiden Berliner Selbsthilfegruppen kennen lernen.

Wir waren fast vollzählig in unseren weißen T-Shirts erschienen und ich denke, dass wir uns sehr gut damit präsentiert haben. Die Fima Zapfe war mit dem Einsticken des Logos auch maßgeblich daran beteiligt.

Außer uns, waren ebenfalls weitere Patienten, die von der Firma Zapfe betreut werden und die Firma Össur, mit einem Referenten vertreten.

Nach der Begrüßung von Herrn Zapfe, gab Herr Jüpner eine Vorstellung über die Arbeit des Bundesverbandes. Er sprach über Ziele, Gruppenarbeit, Projekte (Jugendcamp), die Amputee-Zeitschrift und die Peer Counseling Veranstaltung, die demnächst in Berlin stattfindet. Weiterhin stellte er den Ampurucksack vor und erzählte welche Firmen daran beteiligt sind. Er betonte nochmals, wie wichtig es ist, das wir mehr Mitglieder bekommen, denn nur gemeinsam sind wir stark und können auf Bundesebene etwas erreichen.

Nach einem kurzen Imbiss, der sehr lecker war, stellte sich die Firma Össur mit dem neuen Rheo knee-Symbionic Leg 3 vor. Es war beindruckend zu sehen, wie leicht der Proband eine Schräge laufen konnte und Hindernisse für den höhenverstellbaren Fuß (Proprio Food), kein Problem waren. Durch eine mühelose Schwungeinleitung war ein sehr ausgeglichenes Gangbild möglich. Bei dem Fuß war eine Absatzhöhe von 5 cm Unterschied einstellbar, dass jedes Frauenherz höher schlagen lässt. Diese Prothese ist eine weitere neue Entwicklung für die Oberschenkel amputierten.

Nach der Vorführung gab es noch sehr gute Fachgespräche, des Letztendlich sind wir ja inzwischen die besten Fachleute auf unsere Weise.

 Der eine und andere haben sich gleich Termine zum Testen der neuen Prothesenfüße von Össur gemacht.

22.10.2014 Treff mit Physiotherapieschülern

Am 22.10.2014 fand unser Zweites Treffen mit den Physiotherapieschülern in der Lehranstalt für Physiotherapie in Berlin-Charlottenburg in der Reichsstraße statt. Die Lehrer der Schule waren an unsere Gruppe heran getreten und uns gebeten, als Probanden für eine Klasse zur Verfügung zu stehen.

 

Wir wurden schon sehnsüchtig erwartet, leider waren wir diese Mal nur drei Amputierte, die Zeit hatten. Wir wurden immer einer Gruppe von 5-7 Schülern zugewiesen. Einige von ihnen, hatten bis jetzt in ihrer Ausbildung noch keine amputierten Patienten gesehen, geschweige mit ihnen gearbeitet. Sie waren sehr interessiert, für alles was die Prothese betraf.

Wie schwer ist sie, wie pflege ich meinen Stumpf, wie komme ich mit dem Laufen klar? Wir hatten keine Hemmungen auch mal die Prothese komplett ab zulegen.

Der Lehrer hielt sich diskret im Hintergrund und ließ sie gewähren, bis das Allgemeine geklärt war. Dann ging er von Gruppe zu Gruppe und forderte die Schüler auf, mit uns Übungen, der jeweiligen Konstitution nach, zu machen. Es ging um Übungen, die die Muskulatur des anderen verbliebenen Beines stärken und natürlich auch um Übungen, die unsere Rückenmuskulatur positiv beeinflussen.

Wir sind ganz schön ins Schwitzen gekommen, aber das war ja Sinn der Sache.

 Christine war unser Starfotograf und machte nach Absprache Fotos von uns.

 Wir werden sicher nicht das letzte Mal hier gewesen sein.

12.10.2014 „Bleiben Sie Mobil“ - Besuch im Helios-Klinikum Bad Sarow

Als wir eine Einladung für den 12.10.2014 vom HELIOS Klinikums Bad Saarow zu einem Gesundheitstag für Selbsthilfegruppen erhalten haben, haben wir uns sehr gefreut und gleich beschlossen, dort fahren wir hin.

Der Tag stand unter dem Motto, „Bleiben Sie mobil“, er richtete sich an Menschen, die sich an eine Selbsthilfegruppe angeschlossen haben und denen aufgrund ihrer Erkrankung Bewegung schwer fällt.

Eine kleine Abordnung unserer Gruppe machte sich bei wunderschönem Herbstwetter auf den Weg nach Bad Saarow. Die Begrüßung des ärztlichen Direktors, Dr.Gussmann, fand im Freien statt und ging gleich für alle in einen gemeinsamen Frühsport mit Musik über. Eine Fitnesslehrerin verstand es die Leute sehr gut zu motivieren, sie brachte uns Tanzschritte eines afrikanischen Tanzes bei. Da ja alle irgendwie ihr Weh-Wehchen haben, haben sich viele je nach ihren Möglichkeiten doch zum Tanzen hinreißen lassen. Es machte allen Spaß und dem einen oder anderen ist schon warm geworden.

Anschließend ging es in einen Konferenzraum, der für diese Veranstaltung hergerichtet war. Wir haben mehrere Vorträge über Bewegungseinschränkungen gehört, die Ärzte dieser Klinik hielten. Am meisten sollte uns aber der Vortrag von Kirsten Bruhn, einer erfolgreichen Behindertensportlerin bewegen. Sie erlitt mit 21 Jahren durch einen Verkehrsunfall eine inkomplette Querschnittslähmung und berichtet mit großer Offenheit über ihr Leben und dem Zugang zum Sport. Sie besitzt heute viele Goldmedaillen und internationale Erfolge im Schwimmsport, bei der Paralympics in Athen 2004 erreichte sie Gold über 400 m Brustschwimmen. Ihre natürliche Art über ihre Behinderung zu reden ging vielen emotional sehr nahe, so dass auch ein paar Tränen flossen. Anschließend hatten wir die Möglichkeit mit ihr und dem Orthopäden und Unfallchirurgen des Hause, Dr. Osel, uns als Gruppe kurz vorzustellen und über unsere Arbeit zu reden. Da wir unsere bedruckten T-Shirt´s an hatten, waren wir schon vorher aufgefallen.

Im Foyer der Klinik konnte man sich dann an verschieden Ständen gesundheitlich beraten lassen, sei es zum Diabetes, zu Durchblutungsstörungen an den Beinen, zur gesunden Ernährung und zu Fußproblemen. Ich denke, da war für jeden was dabei. Aktiv wurde es dann wieder nach dem Mittagessen mit Wanderungen durch den Kurpark bis zur Saarow Therme. Mit dem Landstreicher, einer kleinen Bimmelbahn, konnten gehbehinderte Teilnehmer ebenfalls ihr Ziel erreichen. Nach einer kleinen Führung in der Therme gab es für jeden einen Gutschein für einen kostenlosen Eintritt, den wir im nächsten Jahr unbedingt einlösen wollen. Die Bimmelbahn brachte uns wieder zur Klinik zurück, vorbei an wunderschönen alten und neuen Villen. In einer gemütlichen Konditorei im Ort, ließen wir den Nachmittag ausklingen.