Eine Seefahrt die ist lustig…


Am 19. September war es endlich soweit. Dieses Mal sollte es mit der Fahrt auf der Elbe klappen. Dazu waren 3 Anläufe notwendig. Ein großer Teil erinnert sich wahrscheinlich, dass die erste geplante Tour der „Großen Acht“ auf der Elbe wegen Niedrigwassers kurzerhand in eine Bustour gewandelt wurde. Beim 2. Mal gab es, mal wieder hatte die Elbe nicht genug Wasser, leider keine Alternative und die Dampferfahrt musste abgesagt werden.
Pünktlich, um 12.45 Uhr wurde die „Sachsen – Anhalt“ von uns Ausflüglern „geentert“.
Jeder fand sein Plätzchen an einem der für uns bereitgehaltenen Plätze im Salon.
Ab 13.00 Uhr ging es dann vom Anleger Petriförder stromabwärts an den Anlegern Herrenkrug und Hohenwarthe vorbei in Richtung Schleuse Niegripp. Bevor zum ersten Mal geschleust wurde, fuhren wir unter der Trogbrücke des Mittellandkanals durch, die wir später noch befahren sollten. Durch die Schleuse Niegripp ging es dann in den Elbe-Havel-Kanal, über den wir nach kurzer Zeit die Doppelsparschleuse in Hohenwarthe erreichten. Diese bildet das östliche Ende des Mittellandkanales, auf den es jetzt gehen sollte. Dieser liegt 18,50 Meter über dem Elbe-Havel-Kanal. Diesen Höhenunterschied mussten wir nun überwinden. Die Schleusenanlage besteht aus 2 parallel angeordneten Schleusenkammern, die durch eine 12,50 Meter breite Mittelmole miteinander verbunden sind. Uns wurde die linke Schleusenkammer zugewiesen und unser Dampfer durfte als erstes Schiff in die Schleusenkammer einfahren. Uns folgten einige größere Sportboote, die ebenfalls auf dem Mittellandkanal ihre Fahrt fortsetzen wollten. Dabei war es recht interessant, den Hobbykapitänen beim Steuern zuzusehen.
Nach erfolgter Schleusung setzten wir unsere Rundfahrt jetzt auf dem Mittellandkanal fort, indem wir jetzt in der Trogbrücke die Elbe überquerten. Diese ist vollständig aus Stahl konstruiert und stellt das Kernstück des Wasserstraßenkreuzes dar. Sie ist mit 918 Metern die längste Kanalbrücke Europas.
Unser weiterer Weg führte uns nun in Richtung Schiffshebewerk Rothensee. Dieses wird als technisches Denkmal weiterhin betrieben und im Rahmen der „Großen Acht“ nur in der Hauptsaison durchfahren.
Dieses Schleusen war für alle, die sich auf dem Außendeck befanden, ein besonderes Highlight, denn um in die Schleusenkammer ein- und auch wieder ausfahren zu können, musste das Oberdeck abgesenkt werden. Dieses bedeutete, auch für einige von uns, die sich zum Luftschnappen nach oben begeben hatten, dass sie auf dem Fußboden bzw. gebückt auf den vorhandenen Stühlen saßen. Kopfeinziehen war angesagt . Hier überbrückten wir den Höhenunterschied zwischen dem Mittellandkanal und dem Rothenseer Verbindungskanal, welcher die Verbindung mit der Elbe und dem Magdeburger Hafen herstellt.
Am Magdeburger Hafen vorbei ging es zur Hafenschleuse. Diese war die letzte Schleuse,bevor es zurück auf die Elbe Richtung Anleger Petriförder gehen sollte. Die Hafenschleuse ist ein sehr wichtiges Bauwerk, denn nur durch diese ist ein konstanter Wasserstand und somit ein Befahren des Magdeburger Hafens gewährleistet.
Nun ging es also zurück zum Anleger. Da es jetzt gegen den Strom ging, dauerte dieses doch noch eine ganze Weile. Aber diese Tatsache schien man an den Tischen gar nicht wirklich zu bemerken. Es fanden rege Gespräche statt und die Fahrt hätte sicherlich auch noch länger andauern können.
Zurück am Anleger strömten dann leider alle recht schnell auseinander, was ich persönlich recht Schade fand. So hatte man sich nicht einmal von allen verabschieden können, denn hier waren unsere Unterschiede in der Mobilität markant erkennbar.
Ich hoffe trotzdem, dass alle wieder gut zu Hause angekommen sind.

Erstellt von Kerstin L.