Veranstaltungen 2017

farbig unterstrichende Textzeilen beinhalten einen Bericht

Dezember

  • 08.12.2017 Gruppentreffen
    • 17 Uhr Weihnachtsfeier mit Freunden der SHG = siehe Internes =
  • 04.12.2017 Besuch der Lehrakademie für Physiotherapie als Probanden
  • 15.12.2017 Weihnachtsfeier mit SHG in Magdeburg
  • 17.12.2017 Tradionelles Weihnachtshaus der Villa Donnersmarck lädt ein, von 15-19 Uhr bei freien Eintritt

November

  • 10.11.2017 Gruppentreffen
    • Leistungsrecht der Pflegeversicherung - Hilfsmittel    Dozentin: Christine Schmidt - Statzkowski
  • 17. bis 18.11.2017 Pik-Schuhlung/Weiterbildung (UKB) in Berlin
  • 21.11.2017 Besuch der Lehrakademie für Physiotherapie als Probanden  
  • 26.11.2017 Benefizkonzert für ein Waisenhaus in Kambodscha mit Dagmar Marth und Sonney Thet
    • Passionskirche in Kreuzberg, Marheinekeplatz 1, 10961 Berlin  Beginn: 19:00 Uhr

Oktober

  • 13.10.2017 Gruppentreffen
    • Präsentation von Elektromobillen der Firma „mobiles” aktiv im Leben
  • 04.10.-07.10.2017 Rehacare in Düsseldorf
  • 19.10.2017 Workshop im Prothetischen Kompetenzzentrum der Fa. Rosenau in Triptis

September

August

  • 04.08.2017 Gruppentreffen (1.Freitag)
    • Fr. Dr. med. Melissa Beirau Unfallchirugin im UKB beantwortet Fragen zur Amputation
    • ( Gruppentreffen nach hinten offen → ca. 20 Uhr ... ? ! )
    • 15:00 Uhr Treffpunkt der Nordic-Walking Gruppe in der Villa Donnersmarck
  • 12./13.08.2017 Gehschul-Workshop am Seddiner See
  • 18.08.2017 Grillfest der SHG Magdeburg

Juli

  • 07.07.2017 Gruppentreffen (1.Freitag)
    • 15:00 Uhr Treffpunkt der Nordic-Walking Gruppe in der Villa Donnersmarck
    • Kerstin L. berichtet vom 1. Endo-Exe Treffen in Hannover
  • 14.07.2017 Sommerfest der Villa Donnersmarck Freitag  von 14:00-18:00 Uhr (Eintritt frei) Anmeldung erforderlich -
                     Veranstalter ist die Villa Donnersmarck !
  • 22.07.2017 Besuch der IGA Berlin

Juni

Mai

  • 12.05.2017 Gruppentreffen
    • 15:00 Uhr Treffpunkt der Nordic-Walking Gruppe in der Villa Donnersmarck
  • 02.05.2017 10:00 Uhr Einladung der SHG Ampu-Aktiv-Gruppe in Thüringen/Sachsen
    • zur Infoveranstaltung von Endolite im Sanitätshaus Rosenau Triptis/Oberpölnitz
  • 04.05.2017 EUROPÄISCHER AKTIONSTAG zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung
    • in Kleinmachnow von 11.00 bis 16:00 Uhr auf den Rathausmarkt
    • der Amputierten Treffpunkt Berlin-Brandenburg ist mit einen Stand durch Sylvia + Burkard vertreten
  • 06.05.2017 1.Hilfe-Kurs bei Notfällen \"FreshUp\"  in der Villa Donnersmarck
    •        Samstag von 9:30 bis ca. 13:00 Uhr
  • 27.05.2017 Traditionelles Spargelessen mit befreundeter SHG Magdeburg = siehe Internes =

April

  • 07.04.2017 Gruppentreffen (1.Freitag)
  • 27.04.-29.04.2017 Expolife in Kassel

März

  • 10.03.2017 Gruppentreffen
    • Informationen zur Integration und Hilfe am Arbeitsplatz durch Frau Katrin Seelisch (Diplom-Sozialpädagogin)
  • 04.03.2017 BMAB Mitgliederversammlung 2017 in Wedemark
  • 17.03.2017 Jubiläumsveranstaltung Poesie des Glücks mit Dagmar Marth und Sonny Thet um 19 Uhr
    •       Markuskirche, Karl-Stieler-Str. 8a, 12167 Berlin - freier Eintritt/Spenden willkommen
  • 24.03.2017 Info-Veranstaltung zum BTHG von 16:00 - 18:30 Uhr
    •       Ort: Bürgerzentrum Neukölln, Werbelinstr.42, 12053 Berlin

Februar

  • 10.02.2017 Gruppentreffen
    • Arm- Prothetik Vortrag von Fa.Seeger - Herr Hellmich

Januar

  • 20.01.2017 Gruppentreffen (3.Freitag)
    • Jahresbericht + offene Gesprächsrunde

28./29.9.2017 Fahrt nach Einhoven/Niederlande zur Firma Össur

 

                          Gehschule und Besuch bei Össur in Eindhoven

 

Am 28. September 2017, begann für 14 Mitglieder unserer Selbsthilfegruppe die Reise nach Holland schon sehr früh. Wir haben uns beim Sanitätshaus Seeger in Berlin-Schöneberg um 5.45 Uhr getroffen, damit wir pünktlich um 6.00 Uhr die Fahrt im gesponserten 5 Sterne-Reisebus antreten konnten.

Begleitet wurde unsere Fahrt, von zwei Technikern der Firma Seeger, Andreas Hellmich und Benjamin Faetke.

Im Bus erwartete uns ein netter Fahrer, sowie ein Imbiss, bestehend aus belegten Brötchen, Obst und Getränken. Dieses war vom Sanitätshaus Seeger für uns bereitgestellt worden. Bei unserem ersten Zwischenhalt, um 8.30 Uhr ließen wir uns dieses schmecken, denn wir waren alle schon sehr lange auf den Beinen.

Unsere Fahrt verlief ohne Probleme, kein Stau und viel Zeit für Gespräche unter einander, sowie mit den Technikern. Für ein kleines Schläfchen zwischen durch, war natürlich reichlich Zeit.

Wir hatten alle eine Doppelbank, so dass man auch mal seine Prothese abmachen konnte, wir waren ja unter uns und niemanden störte das. Wir wussten ja nicht, was für Herausforderungen uns noch erwarten.

 

Als wir dann um 15.00 Uhr in Eindhoven bei Össur ankamen, begrüßte uns Christian Konerow (Gebietsleiter Prothetik Nord Ost von Össur), sowie Lisan Sheepers (Clinical Specialist Össur Academy) ganz herzlich mit Kaffee und Gebäck.

Nachdem wir uns die Beine vertreten haben, begann unser Rundgang durch die Össur-Niederlassung,

diese ist hier für ganz Europa zuständig.

Lisan erklärte uns die Philosophie von Össur (3 Grundwerte: Ehrlichkeit¹, Wirtschaftlichkeit², Mut³) und zeigte uns die Sitzungs- & Seminarräume, Arbeitsplätze und den firmeneigenen Fitnessraum.

Toll, dieser Arbeitgeber, der das seinen Angestellten bietet.

Im Anschluss durften wir, mit Warnwesten ausgestattet, unsere Werksführung mit einem Rundgang und Besichtigung durch die Lagerräume, Servicebereiche, Warenanlieferung, Warenabgabe sowie die Herstellungs- und Reparaturräume starten. Die in Island hergestellten Komponenten werden alle in Eindhoven gelagert, wo diese sofort nach Bestelleingang montiert werden und innerhalb von 24 Stunden beim Empfänger sind.  Einige von uns hätten gerne größere Taschen für ihren Traumfuß dabeigehabt.

Nach dieser sehr beeindruckenden und informativen Führung ging es für alle zum Hotel. Dort angekommen und eingecheckt, haben wir uns um 19.00 Uhr zum gemeinsamen Abendessen vor dem Hotel getroffen. Mit den bestellten Taxis ging es in die Innenstadt zum reservierten Restaurant, welches wir aufgrund von einer, für einige, unüberwindbaren Wendeltreppe kurzfristig wechseln mussten. Bei einer Einladung der Firma Össur zum Abendessen, fand ein Austausch der vielen Eindrücke, die wir tagsüber erhalten hatten, statt.

Leider gab es Probleme mit dem behinderten gerechten Zimmern, da hieß es schon mal, das befindet sich im ersten Stock. Aber mit den kräftigen Armen unserer Techniker, wurde auch das Problem gelöst.  Das sind eben Herausforderungen, die das alltägliche Leben für einen Amputierten, mit sich bringen.

Nach einer kurzen Nacht und einem gemeinsamen Frühstück, sind wir anschließend mit dem Bus zur Niederlassung von Össur gefahren. Hier wurden wir, schon von „Lisan“, einem blonden, quirligen holländischen Meisje, im Gruppenraum erwartete.

Lisan Sheepers, ist eine Physiotherapeutin, die sich mit ganzem Herzen der Gehschule für Amputierte, gewidmet hat.

Nach ihrer Begrüßung und der Erläuterung des Weiteren Tagesablaufes, hat uns Christian Konerow einen Impulsvortrag über Össur gegeben, sowie die neuesten Produkte vorgestellt.

Jetzt hieß es umziehen und selber machen. Durch die Überlassung eines Poloshirts und Sporthose, hat uns Össur bestens ausgestattet.

Lisan hat uns mit Unterstützung, eine kurze Einführung in das optimale Laufen gegeben. Da es Unterschiede zwischen Unterschenkel- oder Oberschenkelamputierten beim Gehschultraining gibt, wurde die Gruppe nach dem allgemeinen Teil aufgeteilt.

Nun ging es mit Lauf- und Schrittübungen am Barren, in der Schrittleiter, an der Schräge und auf der Treppe los. Hier wurden jedem Einzelnen Tipps und Ratschläge für die bessere Ausführung seines Laufverhalten gegeben.

Anschließend ging es zum Training auf das Außengelände, das verschiedene Untergründe zu bieten hatte. Hier wurde unter geschultem Auge, ein kritischer Blick geworfen und einige ließen sich dabei mit einem Video aufnehmen, um sich hinterher selbst einen Eindruck zu machen.

Mit vielen nützlichen Hinweisen im Kopf, haben wir uns alle noch einmal im Gruppenraum getroffen und ein Feedback bzw. gemeinsamen Austausch über die zwei Tage gegeben.

Nun hieß es leider die Heimreise antreten, denn es stand uns der Freitagabend Verkehr bevor.

Sicher und ohne irgendwelche Zwischenfälle sind wir um 23.00 Uhr beim Sanitätshaus Seeger in Berlin, wohlbehalten angekommen.

Vielen lieben Dank, für die freundliche Unterstützung der Firma Össur und dem Sanitätshaus Seeger. Ohne die, diese Reise nicht möglich gewesen wäre.

Es gab viele unvergessene Momente für uns alle! Es ist doch immer wieder schön, einzelne Mitglieder unserer Gruppe, privater kennen zu lernen.

 

Verfasser: Melanie Wittke und Sylvia Wehde

 

¹Ehrlichkeit - Wir beabsichtigen immer faktenorientiert Respekt zu zeigen, indem wir Versprechen erfüllen und Fehler vermeiden. Wir pflegen eine ehrliche Kommunikation in der gesamten Firma.

²Wirtschaftlichkeit - Wir nutzen vernünftig die wirtschaftlichen Möglichkeiten durch effiziente Planung und Kommunikation sowie optimierte Prozesse, um durch diese Faktoren die Kosten in allen Bereichen der Geschäftstätigkeit zu minimieren.

³Mut - Offen für Veränderungen streben wir beständig nach Verbesserungen und stellen ungeschriebene Regeln in Frage. Wir zeigen Initiative und übernehmen Risiken und gleichzeitig die Verantwortung für unsere Entscheidungen und Taten.

 

12./13.08.2017 Gehschul-Workshop am Seddiner See

 Gehschul-Workshop vom 12.08. – 13.08.2017 am Seddiner See

 

Mitten im Sommer, doch leicht unterkühlt durch den Regen, reisten die Ersten von uns am Freitagabend an und waren begeistert von dem schönen Gelände der „Heimvolkshochschule am Seddiner See“.  Vom Forsthaus aus hatten wir während des gemeinsamen Abendessens einen wunderbaren Blick auf das abschüssige Geländen und den See zu unseren Füßen. Der Ort hätte nicht besser gewählt sein können! Anschließend besetzten wir den „Seekeller“ im Gewölbe des Forsthauses. Eine gemütliche Gästestube in der das Bier selbst gezapft werden konnte und auch sonst alles an Getränken zu haben war, was halt so in eine Gaststube gehört.

Manuela Jukiel, unsere oberschenkelamputierte Gehschultrainerin, war gemeinsam mit ihrem Mann Siegfried angereist. Die Atmosphäre so entspannt und vergnügt, als würden wir alle schon jahrelang allwöchentlich gemeinsam kegeln. Mir fehlte an diesem Abend nur eines – ein Spitzer Stift und ein Notizblock, um all die vielen Tipps zu notieren, die Manuela im Laufe des Abends ganz nebenbei für uns parat hatte. Wer kennt nicht den Verweis der notwendigen Doppelamputation für das Merkzeichen aG im Bescheid des LAGeSo zum Behindertenausweis, aber dem Zitat fehlt oft der Hinweis, dass neben  Menschen mit Querschnittslähmungen oder Amputationen beider Beine oder beider Unterschenkel, auch Menschen mit weiteren Störungen wie des kardiovaskulären oder des Atmungssystems dieses Merkzeichen bekommen können. In meinem Bescheid fehlte er.

Am nächsten Morgen ein perfektes Frühstück und dann rein in den Seminarraum. 

Als Erstes hören wir von Herrn Christian Konerow, was es Neues und Bewährtes aus dem Hause Össur gibt. Was spielt bei der Entwicklung von Prothesen eine Rolle bei Össur, wie funktioniert eine Prothese, wie kann der Amputierte durch optimale Energierückgewinnung Kraft sparen, welchen Komfort bieten z.B. die Füße durch Rotation,  Abfederung, die gespaltene Karbonfeder, das Nachempfinden eines Fußgelenkes.  Dann noch eine Einführung in das „Rheo Knee 3“ und was es alles kann. Ergänzt wurden die Ausführungen durch kleine Filme, in denen das Knie in Aktion gezeigt wurde. Wir haben die Prothesen in die Hand bekommen und besonders über das geringe Gewicht des Cheetah Xplore gestaunt, der gleich ein paar Begeisterte fand. Und nachdem Siegfried, der ihn schon lange als Alltagsprothese trägt, ihn noch vorführt, auch als Schwimmprothese, und seine Vorteile rühmt, besonders seine Flexibilität und andere angenehme Trageeigenschaften, steht fest, den wollen wir Probelaufen!  Wann wissen wir noch nicht, aber verabredet sind wir mit Össur dazu.

Natürlich haben wir alles über Prothetik schon mal gelesen und gehört, doch ich persönlich kann das nicht oft genug hören, entdecke ich doch auch immer Neues und bekomme Input für meine Überlegungen, was für mich wichtig ist und wie ich mir meine optimale Prothese vorstelle. Da macht jeder Amputierte seine ganz eigene Entwicklung durch bzw. ist jeder beständig in Entwicklung.

Dann ein gemeinsames Foto und um uns zu stärken kleine Kaffeepause.

Nun folgt Sebastian Lindemann, der als Prothesentechniker vor allem für das „Very Good Knee - VGK“ in Deutschland unterwegs ist. Die Idee für das VGK S stammt von Karl Feichtinger, Vertriebsleiter des VGK und selbst oberschenkelamputiert, weil er dachte „...da geht doch noch mehr!“. Das VGK GO wurde dann von Firmengründer Jacob Boender entwickelt. Auch sehr kurze Stümpfe und Hüftexartikulierte können hiermit versorgt werden. Laienhaft ausgedrückt, wird dann, dass Knie so eingepasst, dass es zu einem Teil des Oberschenkels wird – sowas hatte ich noch nie gesehen – was aber den Vorteil eines körpernahen Massenschwerpunktes mit niedrigem Gewicht hat, so dass die Prothese viel leichter und sicherer zu führen ist.

Wir sehen einen Film, wie jemand die Treppe steigt, das sieht einfach großartig aus. Eine Nachfrage aus der staunenden Zuhörerschaft, nach der Hydraulik und wie sie sich bei Minustemperaturen verhält (Knie anderer Hersteller sind dann nicht mehr zu bewegen)  wird so beantwortet, dass mit dem VGK solche Probleme unbekannt sind und auch hohe Temperaturen wie z.B. betriebsbedingte Erwärmung durch das Knie automatisch kompensiert werden. Auch Zusatzlasten gleicht das Knie aus. Hinknien, Fahrradfahren und Schwimmen, alles ist möglich. Es ist wasserfest und völlig unabhängig von externer Energieversorgung. Donnerwetter!

Was für Otto normal und für extra mobile Abenteurer. Dieses Knie ist  in der Bündelung  seiner Eigenschaften einfach außergewöhnlich. Sebastian ist auf alles vorbereitet und so können Manuela und Tony es Testlaufen. Sie sind beeindruckt und, wenn ich sie damit so laufen sehe, bin ich es noch viel mehr.

Auf geht's zur Mittagspause.

Dann Gehschule. Manuela stellt sich vor und berichtet, dass das Sanitätshaus Rosenau GmbH sie ansprach, weil sie jemanden suchten, der den durch sie versorgten Amputierten das Laufen mit der Prothese beibringen sollte. Das macht sie nun seitdem und wer wäre dafür besser geeignet als sie – ausgebildete Physiotherapeutin, erst Unterschenkel-, dann Oberschenkelamputiert, Manuela kennt alle Perspektiven. 

Und dann sind wir mittendrin, „Last“ und „Prothese“ hören wir in unendlich vielen Variationen, damit wir das behalten, denn es klingt doch einfach zu simpel – „gib Last auf die Prothese“! Und doch, ist es das EINFACHE, was verankert werden muss, bis man nicht mehr daran denkt, sondern es  EINFACH J macht. Und doch ist es wohl das Einfache, was die tollsten Ergebnisse bringt, das merken wir alle beim Vorlaufen. „Na dann lauf mal! Was meint ihr, was ist euch aufgefallen...?“ Ich denke „schön Last geben“ und laufe los. „Ja, toll Katharina, aber, was habt ihr gesehen? Richtig, K. läuft x-beinig mit dem Prothesenbein, da muss der Prothesenbauer noch mal ran. Nein, auch bei sehr kurzem Stumpf muss man nicht so gehen!“ 

Während wir GEHEN, haben die mitgereisten Angehörigen ein Treffen mit Dagmar Marth. Wer Sie nicht kennt, sie ist seit vielen Jahren Arm- und Unterschenkelamputiert und in Berlin sehr bekannt, weil sie schon geraume Zeit als Peer im Unfallkrankenhaus in Berlin Betroffene begleitet. Wie wir hören, sind die Angehörigen mehr als begeistert. Schließlich steht immer der Amputierte im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit mit seinen Nöten, aber alle leiden unter solch einer Situation, nur trauen sich die Angehörigen selten Aufmerksamkeit und Hilfe einzufordern, weil sie ja körperlich heil geblieben sind. Super, das all die guten Engel hier ein Forum finden! Später wird berichtet wie gut der Gesprächskreis den Angehörigen getan hat und, dass sich alle eine Wiederholung wünschen.

By the way - EIN HOCH auf Sylvia, Frank und Wolfgang! Danke, dass es Euch gibt, danke für Euer Engagement, danke für diesen KLASSE Verein und danke, dass Ihr an alle denkt! 

Seit einiger Zeit begleitet die Physiotherapeutin Monika Rödel unseren Verein. Und damit die Angehörigen die Chance bekommen, genauso fit und aktiv zu bleiben wie wir Amputierten, lädt Monika sie zu sportlicher Betätigung ein.

Zeit fürs Abendbrot und danach gibt’s Freibier in gemütlicher Runde im Seekeller.

Ein herzliches Dankeschön auch an die wunderbaren und Ideenreichen Menschen, die dieses tolle Haus verwalten, betreiben  und hier für einen unbeschwerten Aufenthalt sorgen.

Am nächsten Morgen erst einmal ein ausführliches Frühstück mit Blick auf den Seddiner See. Frisch gestärkt, möchte Manuela verschiedene Untergründe, Steigungen und abfallendes Gelände mit uns ausprobieren. Es geht hin und her und wieder gibt es viele Tipps.

Dann nehmen Angelika und ihre Begleithündin Aila, ein Golden Retriever, meine Aufmerksamkeit in Beschlag. Sie stürmen in Richtung See. Angelika zeigt Aila, wie sie am einfachsten in den See kommt, Aila käme lieber mit Ihr, aber gelernt ist gelernt, Aila ist ein wunderbarer Begleithund und nimmt den vorgeschlagenen Weg. Dann gleitet Angelika über ein paar Stufen am Steg (Danke an Planer und Erbauer) in den See. Aila ist immer in ihrer Nähe. Nach einigen Minuten ausgiebigen Schwimmens ruft Angelika „Aila hilf“ und sofort ist die Hündin bei ihr und sie kann sich am Halsband festhaltend von Aila aus dem Wasser ziehen lassen. Da die Stufen vom Steg sehr glatt sind, soll Aila lieber einen anderen Weg nehmen und sie gehorcht wie gewohnt, auch gegen ihre bevorzugte Route mit Angelika, und beide kommen gutgelaunt aus dem Wasser. Chapeau Euch Beiden!

Kleine Pause und Dagmar spricht zu uns über Amputationsbewältigung. Dagmar hatte als junge Frau bei einem Unfall ihren linken Unterschenkel und ihren linken Arm verloren. Sie ist eine aktive, positive, freundliche und umtriebige Frau, die mit Ihren Erfahrungen gerne auch andere Betroffene und ihre Familien unterstützt. Sie sagt, Trauer muss und darf sein.  Sie hilft uns bei der Bewältigung und der Verarbeitung von Krankheit und Trauma. Das ist ein Prozess und keiner wird als Held geboren. Hier kommen auch die berühmten Türen ins Spiel, von denen es heißt „schließt sich eine Tür, so öffnet sich eine andere!“, das hat sie in ihrem Leben selbst erfahren. Das Leben bleibt nicht stehen und so banal der Satz klingt von den Türen, so wahr ist er. 

Dagmar zeigt uns einen Zug und in jedem Wagon schreibt sie eine Eigenschaft, die uns am Vorwärtskommen hindert oder unterstützt. Unser Verein zum Beispiel ist eine gute Plattform sich gegenseitig zu unterstützen, Wissen auszutauschen und vorwärts zu kommen. Wichtig ist, Hilfe anzunehmen und auch darum bitten zu lernen. Das fällt vielen von uns schwer, da man sich in unserer Gesellschaft über Stärke definiert. Aber auch das muss ganz klar gesagt werden, wir sind keine Bittsteller, wir sind Menschen mit einem Handicap, haben Rechte und sollen diese Rechte, unsere berechtigten Anliegen und unsere Teilhabe am Leben einfordern!

Nach der positiven Resonanz der Teilnehmer, soll es unbedingt eine Fortsetzung dieser Veranstaltung geben.

 

https://www.ossur.de/

https://www.verygoodknee.de/

http://www.dagmarmarth.de/

Gehschulltrainerin

Manuela Jukiel

Physiotherapeutin                                                                                                    

Monika Rödel

                                                                                                                                

Verfasser: Katharina Spieler

 

 

Haltet Euch schon mal den 03-05.08.2018 in Eurem Terminkalender frei!

( Gehschulworkshop ist in Planung, Sylvia Wehde)

           

22.07.2017 Besuch der IGA Berlin

Die Amputierten- Bande auf großer Fahrt

Als wir uns am Samstag, den 22.7.2017, zum Besuch der IGA in Berlin- Marzahn trafen, wussten wir noch nicht, wieviel Spaß wir haben würden.

Einige von uns besitzen einen blauen Parkausweis, andere dagegen nicht. Daher trafen wir uns an unterschiedlichen Eingängen des Geländes. Hier erhielten wir nach kurzer Einweisung unsere vorbestellten E-Scooter für diesen Tag ausgehändigt.

Mit diesen kleinen Fahrzeugen war es möglich, dass auch die Mitglieder unserer SHG teilnehmen konnten, die nicht so gut laufen können.

Wir hatten uns im Vorfeld für diese Variante entschieden, da der Park sehr weitläufig ist und auch für Zweibeiner schon eine Herausforderung darstellt.

Auf los ging es dann los, vorbei an wunderschönen Blumenrabatten und großzügig angelegte Streuwiesen. Es gab ein kurzes Treffen mit der zweiten Gruppe zur Begrüßung in einem Cafe, und dann fuhren alle in kleineren Gruppen durchs Gelände. Die meisten Ziele waren sehr gut zu erreichen, und wenn es mal eng wurde in den einzelnen Themengärten, konnte man zu jeder Zeit absteigen und das Gefährt abgeschlossen abstellen.

Für mich war neu, dass man Rasenflächen betreten darf. Das ist hier sogar ausdrücklich erwünscht! Viele Marzahner besitzen daher eine Dauerkarte und nutzen bei jeder Gelegenheit den Park zum Picknick, zum Sonnen oder zum Besuch von Konzerten.

Höhepunkte waren der Aussichtspunkt und die Seilbahn. Von oben hatte man natürlich einen fantastischen Ausblick. Beim Ein- und Aussteigen war man uns behilflich, indem man die Kabinen einfach langsamer laufen ließ, denn ein Aufspringen war für uns schon gefährlich.

Wir wurden von vielen Besuchern der IGA angesprochen und beneidet. Es kam die Frage, wo man denn solche Gefährte ausleihen könne. Das war an diesem Tag aber nicht mehr möglich, da wir sämtliche verfügbaren Scooter für uns reserviert hatten (sorry!).

Am Nachmittag gab es dann wieder ein Treffen am verabredeten Cafe im Rosengarten. Nach einem großen Hallo und der ersten Auswertung gab es das obligatorische Gruppenfoto. Was in diesem Fall wirklich ein schönes Foto geworden ist.

Leider spielte dann das Wetter nicht mehr mit, es zog  ein Gewitter auf und wir mussten uns auf den Weg zu den Ausgängen machen, um die Scooter abzugeben. Leider wurden dabei einige von uns richtig nass, aber das tat dem Spaß keinen Abbruch.

Einige von uns überlegen nun nach diesem Tag, ob sie sich nicht auch privat solch einen Scooter zulegen sollten, um mobiler zu sein.

 

Verfasser:  C. Hoppe /  S. Wehde

24.06.2017 Bogenschießen in Wünsdorf b. Zossen

  Bogenschießen

 

Als wir uns zu diesem Projekt entschlossen hatten, wusste noch keiner von uns, dass es für uns alle eine neue, tolle Erfahrung werden sollte.

Die Anfahrt nach Zossen-Wünsdorf war ok, der letzte Teil des Weges war für alle schon eine Herausforderung. Das Navi zeigte nur noch off Road an, denn wir befanden uns auf einem unbefestigten Schlagloch reichen Waldweg, den eigentlich jeder Autofahrer meidet.                                                                

Aber Dank Christines Wegbeschreibung, waren wir schon richtig und trafen trotz der Schwierigkeiten, am 24.7.2017 um 10.00 Uhr alle pünktlich ein. Es waren von uns Fahrgemeinschaften gebildet worden. Unser sportlicher Udo, war die letzten Kilometer vom Bahnhof, auf seinem Drahtesel gekommen.

Alle waren schon nach dem ersten Kaffee gespannt, was heute passieren sollte. Wie bekomme ich das mit meiner Amputation hin, habe ich für diesen Sport, das nötige Standvermögen? Aber alle unsere Sorgen waren total unbegründet.

Zwei Herrn, des hiesigen Bogenschießvereins gaben uns eine gründliche Einweisung in diese Sportart. Wer sich das Schießen nicht im Stehen zutraute, konnte sich dabei auch setzen. Bogenschießen ist eine der ältesten anerkannten Behinderten Sportarten der Welt. Es gibt hierbei einen Wechsel zwischen An und Entspannung der verschiedensten Muskelgruppen, was man sich bei den verschiedensten Krankheitsbildern wünscht. Sei es bei Rollstuhlfahrern, bei Muskelerkrankungen, bei uns Amputierten und sicher noch bei einigen anderen Krankheitsbildern.

Wir wurden in 3er Gruppen eingeteilt und alleine das Anlegen des Arm und Brustschutzes dauert schon einige Zeit. Wobei bei den Damen, die Anatomie hier eine große Rolle spielte.

(Jeder kennt die Amazonen, die Töchter des Kriegsgottes Ares. Diese antiken Kriegerinnen gingen laut einer Sage, sogar soweit und trennten sich die eigene rechte Brust ab. Diese störte beim Speer werfen und Bogen schießen und die Damen wollten den männlichen Kontrahenten in nichts nachstehen.)

Die ersten Probeschüsse gingen natürlich bei einigen daneben. Aber das erweckte den Sportgeist, sich mit den anderen zu messen. Der Spaß kam natürlich dabei auch nicht zu kurz. Es gab für diejenigen, die nicht schossen, die Möglichkeit in der Zwischenzeit Tischtennis zu spielen.

Aber schon die verschiedenen Untergründe, die wir auf dem Gelände vorfanden, waren für alle schon eine kleine Gehschule. Es gab Sand und Schotterwege, sowie befestigte Holzwege. Das sind für alle schon ungewohnte Herausforderungen, die sich ein Amputierter erst mal stellen muss.

Nach einem leckeren Mittagessen gab es eine Preisverleihung und die Möglichkeit sich noch mal außer Wertung an den Bögen zu versuchen.

Einige machten sich mit Nordic Walking Stöcken auf den Weg zum nahe gelegenen See. Sie konnten in Ruhe auf diejenigen warten, die etwas länger für den Weg brauchten.

Es wurde sich um alle gekümmert, auch wenn Christine dazu mal fix einen Klappstuhl organisieren musste, da die Kräfte für den Weg nicht mehr reichten.

Der selbst gebackenen Kuchen und Kaffee krönte zum Abschluss den schönen Tag und alle freuen sich auf die nächste gemeinsame Unternehmung.

 

 

 

Verfasser: Sylvia Wehde

 

 

06.05.2017 1.Hilfe-Kurs bei Notfällen "FreshUp"

Unsere Selbsthilfegruppe beim Erste-Hilfe-Kurs (FreshUp)

Am Samstag, den 06.05.2017, haben sich 15 Mitglieder unserer Selbsthilfegruppe in der Villa Donnersmarck zusammengefunden, um ihre Kenntnisse zur Ersten-Hilfe wieder auf den neuesten Stand zu bringen.

Frau Petra Pade, von der Johanniter-Unfall-Hilfe, die den Auffrischungskurs mit uns gemeinsam durchführte, hat in einer Kennen-Lern-Runde, die letzte Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs, sowie unsere Erwartungen an diesen Kurs abgefragt. Bei den meisten Teilnehmern wurde der letzte Kurs zur Fahrschulprüfung absolviert und das ist schon einige Jahrzehnte her.

Gewünscht wurde unter anderem das Thema: Rechtliche Belange, Grundlagen der Ersten-Hilfe auffrischen, Verhaltensregeln bei Diabetes (Über/Unterzuckerung), richtiges Vorgehen am Unfallort, bei Herzstillstand und Herzinfarkt.

Als Erstes sind wir den Ablauf der Rettungskette durchgegangen: Eigen- und Fremdsicherung, Notruf absetzen, Lebensrettende Sofortmaßnahmen einleiten, Rettungsdienst, Krankenhaus.Dabei haben wir auch die rechtliche Absicherung besprochen, für welchen Schaden Erstattungsansprüche gelten gemacht werden können.

Die Theorie war so weit besprochen, bevor es jetzt zur Praxis gehen sollte, gab es eine Pause mit Kaffee und belegten Brötchen.

Gerade für uns Amputierte ist es eine Herausforderung, jemanden aus einem Auto zu bergen und dann vielleicht am Boden knieend mit den erste Hilfe Maßnahmen zu beginnen.

Komme ich selber anschließend aus dieser Lage wieder hoch, oder versuche ich im Vorfeld noch andere Hilfe zu holen? Aber ich denke, man steht in dem Moment so unter Adrenalin, das man nur noch selber helfen möchte.

Um die sichere Lagerung bei Verletzten zu gewähren, haben wir die stabile Seitenlage (nach heutiger Sicht) erklärt bekommen und Udo war so nett und hat sich als „Verunfallter“ zur Verfügung gestellt. Anschließend durften wir das Gezeigte selber üben.

Da wir unter uns Amputierten einige haben, die unter einem Unfall ihr Bein verloren haben, gab es sehr reelle Schilderungen vom Unfallgeschehen und der Hilfe, die dann erfolgte. Es war für diejenigen, ein Flashback ihres eigenen Unfalls.

Und da wir schon am Üben waren, wurde danach die Herz-Lungen-Wiederbelebung an der Puppe geübt. Wie sich herausstellte, gar nicht so einfach. Denn wenn es tatsächlich zum Ernstfall kommt, die Herzdruckmassage mit je 30 Mal drücken und danach zweimal Mund-zu-Mund-Beatmung zu machen bzw. dauerhaft durch zu führen, erfordert viel Ausdauer und Kraft.

An Praxis haben wir zum Schluss noch den Druckverband erklärt und gezeigt bekommen.

Somit wären wir jetzt für den Ernstfall gerüstet und hoffen natürlich, dass wir nicht in die Lage kommen um unser Wissen einsetzen zu müssen.

Unser herzlicher Dank gilt der BKK-VBU Krankenkasse, durch dessen freundlicher finanzieller Unterstützung, dieses Projekt durch geführt werden konnte.

 

Melanie Wittke